Wie der Vater, so der Sohn

Text und Fotografie: Sabine Schaller-John


Unternehmen, die Tradition in die Moderne führen, die ihre Wurzeln im Handwerk haben und ihre Zukunft in innovativen technischen Lösungen, die mit Unternehmergeist und Mut vorgehen: Von ihnen gibt es viele in Hochfranken. Arndt Fenstertechnik ist ein sehr gutes Beispiel.

Die Arndt Fenstertechnik GmbH & Co. KG in Gattendorf bei Hof ist ein echter Familienbetrieb. Thomas Arndt und sein Sohn Florian bilden die Geschäftsführung. Thomas ist die dritte, Florian die vierte Generation. Thomas Arndt ist 56 Jahre alt und Schreinermeister, hat im eigenen Betrieb gelernt und mit gut 24 Jahren Aufgaben in der Geschäftsführung übernommen. Sohn Florian ist 26 Jahre alt, stieg 2014 in das Unternehmen ein. 2018 hat er an der Hochschule Hof sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens mit der Spezialisierung Automatisierung abgeschlossen; 2019 hat er am Institut für Fenstertechnik in Rosenheim den Fachingenieur Fenster gemacht.

Mein Vater gab mir für meine Ideen völlig freie Hand.

Die Arndts ziehen an einem Strang, haben sich vorgenommen, immer am Puls der Zeit zu sein und vor allem ihre Prozesse, Abläufe und ihren Maschinenpark modern und effizient zu gestalten. Sie agieren so, wie es Thomas Arndt schon mit seinem Vater erlebt hat. „Als ich in die Geschäftsführung einstieg, gab mir mein Vater für meine Ideen völlig freie Hand“, sagt er. Seine Idee war, das damals nur in Regnitzlosau ansässige Unternehmen durch erste vollautomatisierte Fertigungsstraßen für Kunststofffenster fit für die Zukunft zu machen. Der Grundstein dafür, dass Arndt Fenstertechnik sich zunehmend einen bedeutenden Namen in diesem Segment machte, ging auf die Initiative seines Vaters Karlheinz zurück, der bereits 1962 die Erfolgschancen des 1929 gegründeten Unternehmens in der Produktion von Kunststofffenstern erkannte.

Thomas Arndt



Der schon immer technikbegeisterte Thomas Arndt setzte seine Vorstellungen 1992 am jetzigen Unternehmenssitz im Gattendorfer Gewerbegebiet um. Einen ehernen Grundsatz der Kaufleute Arndt hat er bei seinem ersten Erfolgsprojekt, wie auch bei allen weiteren Modernisierungsschritten, immer beherzigt: “Wir investieren mit Eigenkapital.” Daran will auch Sohn Florian nicht rütteln. Er hat in seiner Zeit im Unternehmen schon eine große Investition konzipiert und umgesetzt: Eine 2,5 Millionen Euro teure Verglasungssraße. Im Frühjahr 2020 ging sie in Betrieb, nach eineinhalb Jahren Umsetzungsarbeit.



“Diese Zeit brauchten wir, um die Abläufe von der Rahmenfertigung über die neue Verglasungsstraße bis zum versandfertigen Fenster so aufeinander abzustimmen, dass ein reibungsloser und nahezu vollautomatisierter Prozess entsteht”, sagt Florian Arndt – ein Prozess, der ein Höchstmaß an Flexibilität in der Abwicklung von Kundenaufträgen sicherstellt. „Dazu war sehr viel Softwareentwicklung notwendig“, ergänzt er. Abgesehen davon, dass die Straße auch physisch entwickelt, gebaut und eingerichtet werden musste. Die Konzeption der neuen Verglasungsstraße war Thema seiner Bachelor-Arbeit.

Florian Arndt



Vater und Sohn sind sich einig, dass sie mit dem hohen Automatisierungsgrad bei gleichzeitig hoher Flexibilität im Wettbewerbsumfeld und für die eigene Zukunft sehr gut aufgestellt sind. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sind beide überzeugt. Um es an einem konkreten Beispiel festzumachen: 300 Fenster können während eines achtstündigen Arbeitstages gefertigt werden. Dabei ist es egal, ob ein Kunde 300 Fenster bestellt oder 300 Kunden jeweils ein Fenster – am Ende des Tages wäre sowohl der eine als auch der andere Auftrag versandfertig. Mit den Zulieferern GEALAN (Kunststoffprofile),



Saint-Gobain (Gläser) und Roto (Beschläge) besteht eine gute und reibungslose Zusammenarbeit.

Arndt bedient im Wesent-lichen zwei Vertriebs-schienen: zum einen Händler beziehungsweise Schreinerbetriebe, bei denen zum Beispiel Häuslebauer oder Hausbesitzer ihre neuen Fenster bestellen. „2020 konnten wir den Umsatz mit dieser Kundengruppe stark ausbauen“, sagt Florian Arndt. Corona ließ Zeit für Renovierungsprojekte. Zum anderen sind es größere Bauobjekte, die die Montageabteilung der Firma Arndt in Bayern und den angrenzen-den Bundesländern begleitet. Der Einbau der Fenster erfolgt hier mit eigenen Montagetruppen.


Den Vertrieb noch weiter zu optimieren, haben sich Thomas und Florian Arndt als nächstes vorgenommen. Daher sind sie auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, die im Vertriebsinnen- oder -außendienst das Bindeglied zwischen ihnen und den Kunden sind. „Wir suchen aber auch Bauleiter, Aufmaßtechniker beziehungsweise Projektleiter“, sagt Thomas Arndt mit Blick auf das Objektgeschäft. Monteure sind eine weitere Gruppe, für die das Unternehmen immer wieder Mitarbeiter braucht. Optimierungspotenzial sehen sie zudem in der Logistik, die sie mit eigenen Lkw und über Speditionen abwickeln – auch hier sind sie offen für interessante Bewerbungen.


Vater und Sohn setzen sich permanent mit Ideen auseinander, die über das Tagesgeschäft hinausgehen, um das Unternehmen nach vorne zu bringen. „Diskussionen führen wir selbstverständlich, und wir sind nicht immer einer Meinung.“ Aber wenn sie eine Entscheidung getroffen haben, setzen sie diese gemeinsam um. In einem sind sich Thomas und Florian Arndt sowieso einig: Als Geschäftsführer muss man sich in allen Prozessen im eigenen Unternehmen hervorragend auskennen. Auf dieser Basis lässt sich ihrer Meinung nach alles verwirklichen – zusammen mit motivierten Mitarbeitern, die am gleichen Strang ziehen „Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Sicherung der Arbeitsplätze sind unsere Ziele, denn nur so können wir die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens Arndt Fenstertechnik fortführen.“

Arndt Fenstertechnik
GmbH & Co. KG
  • Gegründet 1929 in Regnitzlosau:
    Seit 1992 Firmensitz in Gattendorf
  • In 3. und 4. Generation geführt von
    Thomas Arndt und Florian Arndt
  • Produktionsstandorte:
    Gattendorf (Produktion von Kunststoffenstern)
    Regnitzlosau (Produktion von Haustüren, Rundbogenfenstern
    und Schrägfenstern)
  • Mitarbeiter: rund 130
    Bedarf an Mitarbeitern im Vertriebsinnendienst, Vertriebsaußendienst,
    im Bereich Montage und Logistik sowie als Bauleiter, Aufmaßtechniker
    und Projektleiter.