Die Zehn schönsten Feste Hochfrankens

Text von Lena Kristen


Feste sind Magnete. Jedes Jahrzieht es die Menschen aus allen Winkeln Hochfrankens und von weither zum idyllischen Zusammensitzen im Wald bei Bratwürsten und Blasmusik, zu stampfenden Mittelalterklängen, zum Maßkrug und zum Tanzen auf der Bierbank, zum Berühren und Ergattern von Flohmarkt-Porzellan schätzen, zum Lachen und Weinen auf dem ältesten Freilichttheater Deutschlands. Hochfrankensehnt seine Feste von ganzem Herzen herbei, denn Hochfranken ist lebendig, wenn es feiert!

Foto von Stefan Weiss

Hofer Volksfest
Ende Juli steigt das Hofer Volksfest. Das Traditionsfest besticht mit seinem charmanten Festzelt aus Holz – der Hall’n, die jeden Abend vor Livemusik bebt – und der gemütlichen Biermeile. „Do triffst fei alla“ heißt das Volksfest-Motto, und an diesen zehn Tagen stimmt es! Hof im Ausnahmezustand, Menschenmengen auf dem Festplatz, Riesenrad, Geisterbahn, Taumler und Karussells, Bratwürste, Bier, Zuckerwatte und Liebesäpfel – es geht bunt, laut und lebendig zu. Am Ende des Volksfestes gibt es ein gigantisches Feuerwerk – und am Tag danach beginnt die Sehnsucht nach dem nächsten Volksfest.

Foto von Thomas Neumann

Hofer Filmtage
Klar kann man in jeder letzten Oktoberwoche Filmstars in Hof sehen. Eigentlich geht es bei den Internationalen Hofer Filmtagen aber nicht so sehr um Stardom, sondern tatsächlich um die Filme. Rund 130 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, etwa 200 Vorstellungen, Regisseure und Schauspieler, die sich dem direkten Kontakt mit ihrem Publikum stellen, und nach dem Kino in den Hofer Kneipen bis in die Nacht weiterdiskutieren, ein Publikum aus Hochfranken und der ganzen Welt, so Film-begeistert, dass es für Karten ansteht und sogar nachts draußen campiert: Die Internationalen Hofer Filmtage sind eines der bedeutendsten Filmfestivals in Deutschland und haben als Plattform für deutsche Nachwuchsfilmer einen legendären Ruf.

Foto von Stadt Selb

Fest der Porzelliner
Immer im August wird die Selber Innenstadt zwei Tage lang zu einem einzigen großen Flohmarkt: Auf den fast 500 Ständen des größten Porzellan-Flohmarkts Europas türmen sich Teller und Tassen, Kannen und Schüsseln, Figuren und Vasen, Nachttöpfe und Fingerhüte und alles, was es aus Porzellan auch nur gibt. Schlendern, schauen, feilschen, kaufen, Porzellan selbst bemalen, Expertisen für Mitgebrachtes einholen, bei der Tombola mit Glück ein Stück von Rosenthal gewinnen – hier schlägt jedes porzellanliebende Herz schneller.

Foto von Andreas Rauh

Hofer Schlappentag
Schon seit fast 600 Jahren feiert Hof den Schlappentag, mit eigens gebrautem, sehr gutem Schlappenbier. Gefeiert wird das Fest, weil die Stadt einmal beinahe widerstandslos von den Hussiten gestürmt und verwüstet und im Anschluss vereinbart wurde, dass die Bewohner sich bewaffnen und Schießübungen abhalten sollten. Am letzten Schießtag eilten sie in Arbeitskleidung und den damals üblichen Schlappen (Pantoffeln) zum Schießhäuschen, um keine Strafe aufgebrummt zu bekommen – der Ursprung des Schlappentags. Heute versammeln sich nach dem musikalischen Weckruf am Morgen die Handwerkszünfte und Schützen am Schießhäuschen, ziehen zum Rathaus und von dort mit dem Stadtoberhaupt zum Festplatz, wo das Fest und das Trinken des Schlappenbieres beginnt.

Festivals
Livemusik regiert: Das Sticky-Fingers-Festival holt regionale und internationale Top-Acts aus Rock, Ska, Metal, Hardcore und Punk für zwei Tage ins Naherholungsgebiet Weidersberg bei Marktredwitz. Das In.die-Musik-Festival in Hof vereint alle Indie-Fans Hochfrankens unter freiem Himmel und hat ein enormes Gespür für Bands, die bald richtig groß werden. Das Wunstock-Festival steigt in Wunsiedel – mit einem Mix aus Punkrock, Metal, Ska und Rockabilly. R.I.O.! – Rock in Oberfranken ist die Plattform für regionale Rock-, Pop- und Indie-Nachwuchs-bands. Weitere Festivals sind Rock the Ruins in der Kurparkruine in Weißenstadt und das Rock ‘n‘ Roll-lastige Ekstase in Marktleuthen auf dem Teufelsstein.

Foto von Stadt Wunsiedel

Brunnenfest Wunsiedel
Am Wochenende vor Johanni werden die über 30 Brunnen der Stadt Wunsiedel nach einem alten Brauch festlich mit Blumen, Figuren oder kreativ mit Alltagsgegenständen geschmückt. Jeder Verein, jede Schule und viele Privatpersonen lassen ihrer Brunnenschmücklust freien Lauf. Das Brunnenfest lädt dazu ein, durch die Stadt zu spazieren und Brunnen für Brunnen zu bestaunen – bei Trubel, handgemachter Musik und Frühlingsflair.

Foto von Burgfreunde Lichtenberg e.V.

Burgfest Lichtenberg
Das Burgfest in Lichtenberg bedeutet Mittelalter rund um die Burgruine. Am letzten Wochenende der bayerischen Sommerferien strömen tausende Besucher, viele von ihnen gewandet, in das Frankenwaldstädtchen. Das Lagerleben und das Markttreiben zwischen Getöpfertem und Geschmiedetem, handgefertigtem Schmuck, zünftigen Speisen, Musik aus Sackpfeifen und die unvergleichliche Stimmung zwischen den Lagerfeuern schlagen Jung und Alt in ihren Bann. Die Zeit der Gaukler, Hexen und Ritter: In Lichtenberg wird sie lebendig.

Foto von Fabian Fischer

Thusfest Röslau
Das Thusfest bei Röslau am Pfingstsonntag ist etwas ganz Besonderes: Mitten im Wald, unter Bäumen, über Wurzeln werden Biertische aufgestellt und in märchenhafter Idylle für Speis und Trank gesorgt. Grund für den ungewöhnlichen Festplatz ist die Eger, die für einige Stunden über einen fast 30 Meter hohen Wasserfall in das Flussbett „im Thus“ zurückfließen darf – so wie es früher war, als die Papiermühle noch in Betrieb war. Für das Spektakel kommen Besucher aus allen Himmelsrichtungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Thuswald und feiern lange und ausgelassen, bis jeder von ihnen wie auch das Wasser wieder in sein Bett muss.

Foto von Florian Miedl

Luisenburg-Festspiele
Im ältesten Freilichttheater Deutschlands tanzen die Schauspieler durch echten Wald, fechten auf Granitfelsen, stehen hoch über dem Publikum auf einem Felsvorsprung. Die Naturkulisse der Luisenburg-Festspiele ist einzigartig. Der Aufstieg zur Spielstätte, das Zeltdach über dem Publikum, die Stücke, die sich perfekt in diese Natur fügen, vor allem aber die hochkarätigen Schauspieler, denen dazwischen singende Vögel und selbst Platzregen nichts ausmachen dürfen: Die Luisenburg-Festspiele muss man erleben. Mit Decke, Sitzkissen und Mückenschutz.

Foto von Stadt Selb

KunstNacht Selb
Selb verwandelt sich einmal im Jahr in eine riesige Flaniermeile. Mit Musik, Cocktails und Kunst lockt die KunstNacht an verschiedenen Locations. Die Nacht wird zum Tag, exzentrische Gestalten mischen sich unter Bankangestellte, Künstler, Musiker und Schaulustige. Die Nachtschwärmer genießen Malerei, Bildhauerei, Grafik und Fotografie, Kunst zum Anfassen und zum Nachdenken. An allen Stationen in der Stadt pulsiert das Leben. Die KunstNacht-Besucher kommen, schauen, staunen, genießen.