Auf die Au!

Fußball mit Senf und Schaum


Zugegeben – der Putz bröckelt hier und da, Unkraut wuchert und es ist lange her, dass die ganz Großen hier kickten. Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, Gerd Müller, Günter Netzer, Max Morlock und Ottmar Hitzfeld haben den Rasen der Grünen Au gestreichelt. Der FC Bayern Hof spielte hier gegen die deutschen Topklubs und im Alpenpokal, einem Vorläufer des UEFA Cups. Er kämpfte dreimal um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Gelbschwarzen schlugen Bayern München, Eintracht Frankfurt und den 1. FC Nürnberg. Damals strömten fast 20000 zu den Heimspielen, davon träumt man heute (nicht mal mehr). Die sportliche Realität ist die fünfte Liga, Gegner wie Ammerthal, Abtswind und Aubstadt ziehen nur ein paar hundert Leute auf die Au. Trotzdem muss man dieses Stadion erleben, wenn man den echten Fußball liebt und Bundesliga-Events zu weichgespült findet. Groundhopper aus ganz Deutschland kommen auf die Au und schwärmen. Das liegt neben der historischen Holztribüne auch am Rahmenprogramm: Die Bratwürste gehören zu den besten im Weltfußball und es fließt echtes Bier, manchmal echte Tränen. Wenn man Glück hat, trifft man noch ein paar der charmanten, skurrilen, unverfälschten Typen, die aus der weitestgehend aufgelösten Fanszene übriggeblieben sind. Anfassen verboten, ansprechen – warum nicht. Die Au ist echt. Sie ist ein enges, reines Fußballstadion. Sie hat keine Logen, keine gepolsterten VIP-Sessel. Die Au ist oldschool. Auf die Au!

Text: Götz Gemeinhardt, Foto: Florian Miedl

www.bayern-hof.de

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