Barocke Gotteshäuser:

Die Markgrafenkirchen


Wer Bayreuth kennt, kennt Barock und Rokoko: Das Markgräfliche Opernhaus ist mittlerweile gar UNESCO-Weltkulturerbe. Die Eremitage, das Neue Schloss – diese Raumkunstwerke sind von unbeschreiblicher Schönheit. Jedoch: Hofbaukünstler von europäischem Format prägen bis heute auch die Region um Bayreuth herum – bis in die abgelegensten Dörfer hinein. So ist die Region übersät mit einzigartigen Sandsteinkirchen, den sogenannten Markgrafenkirchen aus dem 18. Jahrhundert. Die Landkreise Bayreuth und Kulmbach treten mit ihren Kirchen besonders in Erscheinung. Mehr als 100 der Barockkirchen im Markgrafenstil sind bei der Regierung von Oberfranken gelistet, etwa 50 davon in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach. Vor der kirchlichen Stellenreform waren fast alle heutigen Filialkirchen eigenständige Pfarreien mit langer Vorgeschichte. Auch in den Kreisen Wunsiedel und Hof zeugen Kirchen im Markgrafenstil von der Baulust der Markgrafen in der Vergangenheit. Diese begann bei Markgraf Christian Ernst und Sohn Georg Wilhelm, kam zur Blüte unter Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine, ebbte unter den beiden pietistischen Markgrafen Georg Friedrich Karl und Friedrich Christian ab – sie mussten sparen – und fand Nachzügler noch unter Markgraf Alexander und dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. Probieren Sie’s mal: Fragen Sie nach der schönsten Markgrafenkirche Oberfrankens. Bestimmt erhalten Sie in jedem Dorf eine andere Antwort – der Stolz der Menschen auf ihre Kirchen ist groß.

Text: Heike Hampl, Foto: Ulrike Schelter-Baudach

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