Granit, Moor und Kohle:

Die Häuselloh bei Selb


Die Europäische Natur- und Kulturlandschaft Häuselloh, südöstlich vor den Toren der Stadt Selb gelegen, lässt alte Handwerke in freier Natur wieder aufleben. Steinhauer, Köhler, Theerbrenner und Torfstecher übten hier früher ihre Tätigkeiten aus. Der Granit-Steinbruch sollte 1990 verfüllt und die Gebäude abgerissen werden. Das ganze Ensemble konnte aber gerettet und 1993 als Schausteinbruchmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Östlich liegt das Häusellohmoor, mit nahezu fünf Metern Torf der mächtigste verbliebene Moorkörper des Fichtelgebirges. Mit einer Gesamtfläche von 66,5 Hektar liegt es auf 568 bis 581 Metern über dem Meeresspiegel. Ab 1831 wurde hier mit staatlicher Erlaubnis Torf abgebaut, zuerst für den Hausbrand, später in großem Stil maschinell. Seit 1979 ist das Moor ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. An diese Fläche schließt eine Lichtung mit den ehemaligen Forsthäusern an. Auf ihr befindet sich der Meilerplatz der Kulturlandschaft, auf dem jedes Jahr ein klassischer Erdmeiler betrieben wird. Die Holzkohle wird immer am Samstag nach Fronleichnam geerntet. Dazu wird eine Schmierofenplatte zur Gewinnung von Kiefernteer für die Herstellung von Wagenschmiere und Zugsalbe, ganz wie im Mittelalter, betrieben. Auch ein funktionierender Nachbau des 2005 im Egertal ausgegrabenen Theerofens von 1680 von Johann Christoph Weller und weitere Pechsteine sind hier zu finden.

Text: Hermann Summa, Foto: Michaela Saalfrank

www.enklselb.com

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