See mit Seele:

Der Untreusee in Hof


Was der Untreusee ist: Ein stiefelförmiger See im Süden von Hof, der seinen frivolen Namen alleine seiner Aufstauung aus dem Untreubach in den Siebziger Jahren verdankt. Heute 5,8 Millionen Kubikmeter Wasser. Drumherum ein Weg, der sich über vier Brücken kurz (4,4 km) oder über die Eppenreuther Mühle länger (6 km) wandern lässt. Am Ufer Restaurants, Biergärten, Kletterpark, Labyrinth, Minigolf, Abenteuerspielplatz. Ein Naherholungsgebiet. Was der Untreusee wirklich ist: Der Ort, an dem Hofer schon als Baby im Kinderwagen geschoben werden. Wo sie als Schulkinder Wandertage verbringen, Piraten sind, Steine springen lassen, es endlich schaffen, bis zur Insel zu schwimmen. Wo sie später mit ihrem Schwarm Tretboot fahren, die Klassenfete am Ufer steigt, das Lagerfeuer lodert. Wo sich die erste Liebe trifft, nachts zusammen im schwarzen Wasser schwimmt, die Sternschnuppen zählt. Wo jeder am ersten warmen Frühlingstag seine Füße ins Wasser hängt. Wo man seine beste Rundenzeit läuft. Wo der Sommer beginnt, wenn die Boote wieder im Wasser sind. Wo man nackt baden kann, wenn man weißt, wo. Wo See und Himmel, Wald und Feldraine immer neue Farben malen. Der Untreusee ist ein Ort, an dem das Leben spielt und Erinnerungen gemacht werden. Und er ist ein kontemplativer Ort: Wer sehr früh kommt oder sehr spät, der ist alleine, schaut auf den spiegelnden See, atmet durch. Kann sein, ein Hofer wird seiner Frau untreu, vielleicht gar sich selbst. Dem Untreusee nie.

Text: Maria Brömel, Foto: Stephan Weiss

www.untreusee.de

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